Mit der Kombination der schreibdidaktischen Methode des Clustering und der gruppendynamischen Methode Think-Pair-Square-Share gestaltet Jakob Mäsel im Rahmen eines Seminares im Lehrgebiet Film – Tonmeister*innen für audiovisuelle Medien eine kooperative Lernstruktur, bei der Studierende aus verschiedenen filmischen Disziplinen an einem eigenen Projekt arbeiten und dabei ihre jeweils spezifischen künstlerischen Ansätze in einem kollektiven Arbeitsprozess weiterentwickeln. Durch einen angeleiteten ko-kreativen Schreib- und Reflexionsprozess praktizieren die Studierenden den Wechsel und die Transformation von unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Der dabei entstehende transdisziplinäre Lernprozess in der fachlich-heterogenen Studierendengruppe wird schließlich für die Arbeit am eigenen künstlerischen Werk fruchtbar gemacht.
Kurzüberblick zum Konzeptbaustein
- Kurzbeschreibung des Lehrkonzeptes
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Die schreibdidaktische Methode des Clustering wird innerhalb einer projektbasierten Lehrveranstaltung als prozessorientierte assoziative Technik zur Initialisierung des transdisziplinären Lernprozesses der Studierenden eingesetzt. Damit wird das tief verankerte Wissen aus der eigenen Disziplin aktiviert und mit dem Kontext des Projektvorhabens kreativ verknüpft. Durch die Verbindung mit der Gruppenarbeitsmethode Think-Pair-Square-Share wird den Studierenden ermöglicht, das für die Projektarbeit erforderliche interdisziplinäre Wissen kooperativ zu generieren und dieses anschließend mit einem ganzheitlichen Blick in ihren je eigenen (künstlerischen) Arbeitsprozess zu integrieren.
Es wird ein Lehr-Lern-Raum methodisch so strukturiert, dass die Studierenden einen holistischen Ansatz für ihre künftige Praxis als Filmemacher*innen entwickeln. Angesichts des multidisziplinären Berufsfeldes umfassen die zentralen Kompetenzen für künstlerische Produktionsprozesse im Bereich Film nicht nur fachlich-künstlerische sondern auch überfachliche und personale Dimensionen. Deshalb fokussiert das Lehrkonzept von Jakob Mäsel insbesondere auf die Etablierung interdisziplinärer Kommunikation und ko-kreativer Kooperation innerhalb heterogener Gruppen, um das Potenzial von Impulsen außerhalb der eigenen Ideenwelt erfahrbar zu machen sowie die produktive Kritikfähigkeit und Reflexivität im künstlerischen Prozess zu fördern.
- Entstehungskontext und didaktischer Ausgangspunkt des Lehrkonzeptes
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Das vorliegende methodische Design entwickelte Jakob Mäsel für ein dreitägiges Blockseminar zum Thema „Filmisch hören – Hörend filmen“, welches Studierende aus den Fächern Regie, Ton, Drehbuch, Produktion, Kamera und Szenografie ab dem 6. Fachsemester des Bachelorstudiums sowie Studierende aus den Masterstudiengängen der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF belegen.
Die Studierenden, welche meist bereits in verschiedenen Praxisprojekten in der Hochschule oder Filmbranche tätig sind, sollen in dem Seminar tondramaturgische Kompetenzen entwickeln, um an eigenen realen Drehbüchern holistisch – d. h. mittels Verschränkung der narrativen Ebene mit der auditiven und visuellen Ebene – zu arbeiten.
Die didaktische Herausforderung besteht darin, in der für die unterschiedlichen filmischen Disziplinen geöffneten Lehrveranstaltung ein transdisziplinäres Lernen zu ermöglichen, welches im multidisziplinären Feld der Filmherstellung erforderlich ist. Studierende benötigen deshalb ein Verständnis für Perspektiven der anderen filmischen Disziplinen, um wesentliche gestalterische Kompetenzen für ihr eigenes Gewerk zu entwickeln. Mit diesem Ziel gestaltet Jakob Mäsel einen Lehr-Lern-Raum, in welchem die Studierenden innerhalb der heterogenen Gruppe interdisziplinäre Kooperation, kreative Wissensproduktion und Perspektiventransformation erfahren und reflektieren können.
- Anwendungsimpulse für die eigene Lehrpraxis
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- Welche Lehrveranstaltungen in Ihrem Fachgebiet erfordern eine Ausgestaltung von Lehr-Lern-Räumen, in denen interdisziplinäre Kooperation und transdisziplinäres Lernen ermöglicht werden soll?
- Bei welchen Themen und Fragestellungen Ihres Lehrgebietes sind unterschiedliche disziplinäre Perspektiven einzunehmen und zu reflektieren?
- Welches Potenzial können schreibintensive Übungen in Ihren Lehrveranstaltungen für die Entwicklung von inter- oder transdisziplinären Kompetenzen entfalten?
Mehr Kontext zum Konzeptbaustein
Ein Blick auf Transdisziplinarität in der künstlerischen Hochschule
Hier können Sie tieferen Einblick in den allgemeinen Lehr-Lern-Kontext an künstlerischen Hochschulen nehmen und mehr über den theoretischen Hintergrund zum pragmatisch-konstruktionistischen Modell interdisziplinären Lernens, welches dem Lehrkonzept von Jakob Mäsel zugrundeliegt, erfahren.
Fragen oder Feedback?
Sie haben Fragen oder Feedback an den Autor des Konzeptbausteines? Sie haben Ideen, wie Sie das Konzept in Ihrer eigenen Lehre ausprobieren könnten? Sie haben selbst Erfahrungen mit der vorliegenden Methode? Dann treten Sie in einen kollegialen Austausch darüber ein und teilen Sie Ihre Überlegungen mit Anderen über das Kommentarfeld.